Die Gallup-Studie zu Mitarbeiterzufriedenheit zeigte auch 2012, dass es mit der Führung im Lande bescheiden bestellt ist. Ich erlebe das in der Realität in Coaching und Workshops für Führung ständig. Bei aller Weiterbildung zu Führung hat insbesondere das mittlere Führungspersonal in Großunternehmen Schwierigkeiten seiner Führungsverantwortung „gut“ nachzukommen. Das liegt auch daran, dass die Chefs der Chefs unzulänglich führen. Dazu kommt der wachsende Druck auf das mittlere Management – im Übrigen „auch nur Menschen“. Es will einfach nicht besser werden. Im Gegenteil. Die 2012er Studie zeigt das besorgniserregend:

  •   23 Prozent der Befragten haben innerlich gekündigt
  •   63 Prozent machen Dienst nach Vorschrift
  •   14 Prozent sind engagiert und emotional an den Arbeitgeber gebunden

Unzureichende Führung? 90 Prozent mögen Ihre Arbeit

Dabei überrascht, dass 90 Prozent ihre Arbeit mögen und mit ihrer Bezahlung zufrieden sind. Die miserable Bindung an das Unternehmen hängt nicht an den Konditionen. Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup, schreibt das den Chefs bezüglich Führung zu. Sie „sind diejenigen, die in der Verantwortung stehen, da sie es sind, die das Arbeitsumfeld durch ihr Führungsverhalten prägen und gestalten.“

Das kann ich aus der Praxis bestätigen. So äußert ein Teil der Führungskräfte die ich in Workshops und Coachings kennenlerne, selbst fehlende Motivation, Frust mit den Rahmenbedingungen und innere Kündigung. Wenn die Chefs nicht positiv vorangehen, ist von den Mitarbeitern nichts anderes zu erwarten – Führung mit GMV (gesunder Menschenverstand).

Bessere Führung ist einfach

Dabei sind die Wünsche der Mitarbeiter leicht zu erfüllen. Die meisten wünschen sich mehr Wertschätzung und Anerkennung. Das ist aus den Kritikpunkten der Mitarbeiter, die emotional nicht an ihren Arbeitgeber gebunden sind, leicht abzulesen:

  •   Wenig Förderung der persönlichen Entwicklung
  •   Kaum Wertschätzung gegenüber Aussagen der Mitarbeiter
  •   Mangelndes Interesse am Menschen
  •   Keine Anerkennung für echte Leistungen
  •   Selten bis nie konstruktive Rückmeldungen

Die gute Nachricht ist: Wahrgenommene Führung kann einfach verbessert werden. Fangen Sie als Führungskraft bei sich selbst an. Wenn es ihnen besser geht, gelingt Führung automatisch besser. Warten Sie nicht darauf, dass ihr Chef Sie fördert. Fordern Sie. Sie sind schließlich Führungskraft.

  •   Gönnen Sie sich Coaching und Sparringspartner
  •   Fördern Sie Ihre eigene Entwicklung durch Weiterbildung
  •   Holen Sie sich Feedback von Vorgesetzten und Mitarbeitern

Wenn Sie dann Ihre Mitarbeiter (aber auch Kollegen, Geschäftspartner und Lieferanten) wie Kunden behandeln, sind Sie auf einem guten Weg zu guter Führung. Handeln Sie nach deren Bedürfnissen im Rahmen der Arbeitsanforderungen:

  •   Fördern der persönlichen Entwicklung
  •   Wertschätzen der Meinungen und Aussagen der Mitarbeiter
  •   Hören Sie wirklich zu, wenn Sie mit Mitarbeitern kommunizieren
  •   Zeigen Sie Interesse am Menschen hinter dem Mitarbeiter
  •   Anerkennen echter Leistungen – fair und allgemein
  •   Geben Sie konstruktives Feedback – lieber zu oft, als zu wenig

Schon der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass die meisten Mitarbeiter (wie die meisten Menschen) liebend gerne Lust an Ihrer Arbeit haben wollen (Motivation), eine gute Leistung bringen möchten und kein Interesse an täglichem Frust und Ärger haben. Das macht gute Führung doch einfacht, oder. Aber warum nur, gelingt gerade das so wenig?

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