Nicht jeder Chef ist zum Redner geboren – als Führungskraft sollten Sie jedoch die Kunst der Rede, zumindest für Ihre Mitarbeiter beherrschen. Da zerschlagen übermotivierte oder unmotivierte Chefs unnötig Porzellan indem sie grottenschlechte Reden halten – oder sie langweilen zu Tode. Dabei können gute Reden Mitarbeiter inspirieren, motivieren und die Indentifikation mit dem Unternehmen steigern. So auch bei Weihnachtsreden. Tipps für eine gute Weihnachtsrede…

Wie Ihre Weihnachtsrede gelingt

Die Weihnachtsfeier ist in vielen Unternehmen einen schöne Gelegenheit sich außerhalb des Tagesgeschäfts und bereichsübergreifend entspannt zu begegnen. Als Chef halten Sie da in der Regel eine Weihnachtsrede. Mit den folgenden Tipps kann auch dabei nichts schief gehen. (Quelle: Impulse)

1. Wie weit in meiner Weihnachtsrede ausholen?

Gute Reden sind prägnant, verständlich und sind unterhaltsam – das gilt auch für die Rede für die Weihnachtsfeier. Was waren die Erfolge in diesem Jahr? Haben Sie ein neues Produkt eingeführt, eine neue Filiale eröffnet oder die Konkurrenz auf einem wichtigen Markt hinter sich gelassen? Suchen Sie sich maximal drei Themen aus, auf die Sie in Ihrer Weihnachtsrede eingehen wollen – und erzählen Sie es persönlich.

2. Darf ich in meiner Weihnachtsrede Gefühle zeigen?

Eine Weihnachtsfeier ist kein Meeting und keine Werbeveranstaltung. Reden Sie auf der Weihnachtsfeier lieber von Herzensangelegenheiten in der „Ich-Form“. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, wie viel Ihnen Ihre Firma bedeutet, erzählen Sie ihnen, was Sie überrascht, beeindruckt, begeistert hat. Lassen Sie Ihre Gefühle Revue passieren: „Ich hatte erst meine Zweifel, aber dann hat doch alles so gut geklappt!“

3. Darf ich Kritik äußern?

Kritik an Geschäftspartnern und Kunden ist ein Stimmungskiller, der in Ihrer Weihnachtsrede nichts verloren hat. Und auch über schiefgegangene Projekte oder geplante Sparmaßnahmen sollten Sie jetzt schweigen. Mit Erfolgsgeschichten kommt Ihre Weihnachtsrede am besten an. Erzählen Sie von den kleinen Begebenheiten, die Sie überrascht und begeistert haben.

4. Bedanken in der Weihnachtsrede?

Ein ernst gemeintes Lob in die richtige Richtung stärkt das „Wir-Gefühl“ unter den Mitarbeitern – ein Aspekt, der laut Teamgeist-Studien auch in der Arbeitswelt immer wichtiger ist. Ein schlichtes „Für Ihren Einsatz möchte ich Ihnen danken“ mag wortkargen Grantlern schon schwer über die Lippen kommen – wer seine Mitarbeiter berühren und motivieren will, stellt bei der Weihnachtsfeier den Dank in den Mittelpunkt der Rede.

5. Wen bei der Weihnachtsfeier namentlich erwähnen?

Einer Ihrer Mitarbeiter hat ein Dienstjubiläum, verlässt die Firma, geht in Rente oder legt demnächst eine Prüfung ab? Dann ist Ihre Rede eine gute Gelegenheit, um ihn zu ehren oder ihm Glück zu wünschen. Umso effektvoller wird’s, wenn alle Teilnehmer denken, Sie wüssten nichts davon oder hätten es vergessen: Dann ist der Überraschungseffekt auf Ihrer Seite.

6. Was sollte ich über die Zukunft des Unternehmens sagen?

Blicken Sie in Ihrer Rede nicht nur zurück, sondern auch nach vorn: Welche Ziele gibt es für das nächste Jahr, was ist schon geplant? Allzu detailliert sollten Sie dabei aber nicht werden, schließlich hat wohl keiner Lust, bei der Weihnachtsfeier über die Aufgaben nachzudenken, die ihm in den nächsten Monaten bevorstehen.

7. Darf ich die Weihnachtsrede ablesen?

Schreiben Sie Stichpunkte auf oder ein Zitat, das Sie vorlesen möchten. Finger weg von Powerpoint-Präsentationen und Rednerpulten bei der Rede für die Weihnachtsfeier – die Mitarbeiter sollen ihren Chef als Mensch erleben!

Wer nicht gerne allein spricht, kann auch eine Rede zu zweit vorbereiten, zum Beispiel mit einem engen Mitarbeiter. Er hat sicher einen anderen Blick auf die Erfolge der vergangenen zwölf Monate als Sie. Auch für die Zuhörer ist der Wechsel der Redner kurzweilig; und wenn ein Kollege spricht, fühlen sie sich noch mehr angesprochen.

8. Wie lang soll meine Weihnachtsrede sein?

Ganz egal, wie inspirierend Sie reden: Nach zehn Minuten, maximal einer Viertelstunde sollten Sie zum Schluss kommen, sonst riskieren Sie Gähner und Getuschel bei den Zuhörern an den Tischen.

Vielleicht soll es ja auch einmal etwas ganz anderes sein: Es muss nicht immer der Chef sein, der die Rede hält, vor allem, wenn er das nicht gerne macht und/oder nicht wirklich gut kann. Zwei weitere Tipps für Mutige, die etwas mehr Pfiff in solche Anlässe bringen wollen:

1. Holen Sie sich einen Profiredner oder Kabarettisten, der das Unternehmen von außen „weihnachtlich“ betrachtet. Gut gebrieft kann er oder sie alles neutraler, frecher, humorvoller darstellen. „Ich habe gehört, die Abteilung X war besonders…. .“
2. Laden Sie einen guten Kunden oder Lieferanten ein und lassen Sie ihn die Rede halten oder binden sie ihn ein. Das ist einmal eine andere Perspektive. Nur Mut.

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Quelle Tipps 1 – 8: Impulse

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