Nach der neuesten Gallup-Studie [1] zur Mitarbeiterzufriedenheit (Engagement-Index 2016) sind die meisten Mitarbeiter in deutschen Unternehmen der Meinung, Leistung lohne sich in Deutschland. 87 Prozent der Befragten sagen das. Wesentlich weniger, nämlich 34 Prozent meinen, dass sie mit Leistung im eigenen Unternehmen besser vorankommen. Kein Wunder, dass über zwei Drittel der Beschäftigten (68 Prozent) Dienst nach Vorschrift machen und gerade einmal 16 Prozent engagiert unterwegs sind. Wie kommen diese Zahlen zustande? Liegt das etwa an den Chefs?

Führung gut, Leistung gut

„Viele Beschäftigte haben grundsätzlich den Eindruck: Leistung zahlt sich in unserer Gesellschaft aus – aber offensichtlich nicht unbedingt am eigenen Arbeitsplatz“, so Marco Nink, Senior Practice Consultant bei Gallup. „Wenn Arbeitnehmer jedoch nicht das Gefühl haben, durch eigene Leistung voranzukommen, dann besteht die Gefahr von Resignation und Stagnation. Das heißt: Die eigene Leistung wird runtergefahren.“

Als Gründe für die Einschätzung der Mitarbeiter, gelten laut Gallup mangelnde Transparenz, Schwächen in der Kommunikation und unklare Leistungseinschätzung.

Bewertung von Leistung zu subjektiv

Die Studie zeigt, dass Mitarbeitern oft objektive Kriterien zu ihrer Leistungseinschätzung fehlen. Zahlen, Daten, Fakten, also Kennzahlen, kommen bei der Bewertung der Mitarbeiterleistung zu selten vor. Nur 42 Prozent der Befragten gibt das an und konstatiert, dass die Chefs auf Basis von Kennzahlen mit Kollegen vergleichen. In diesem Fall ist das hilfreich, denn der Mitarbeiter kann sich einschätzen. Allerdings findet der Vergleich mit Kollegen auch dann statt, wenn Kennzahlen fehlen. Und das ist schädlich und wenig sinnvoll.

Leistung: Fairness ist wichtig

29 Prozent der Befragten sagen, würden mit Kollegen im Unternehmen verglichen. Und das, obwohl die Leistung ohne Daten und Kennzahlen ermittelt und erfasst wird. Marco Nink: „Solche Vergleiche durch den Vorgesetzten sind zwar gut gemeint, um dem Beurteilten eine Idee zu geben, wo er mit seiner Leistung steht. Aber letztlich bleibt ein solcher Vergleich subjektiv – und ist daher wenig transparent und fair.“

Wie andere Studien zeigen, ist Fairness einer der wichtigsten Werte für Beschäftige. Dass Fairness über subjektive und faktenfreie Beurteilungen nicht herzustellen ist, liegt auf der Hand. Das ist wie in der Schule – Sie erinnern sich? Mit gesundem Menschenverstand können Führungskräfte Fairness fördern und so Motivation und Leistung steigern. Notwendig ist das offensichtlich, wenn man die Ergebnisse der Studien betrachtet.

 

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