Narzissten und Psychopathen scheinen als Chefs durchaus beliebt zu sein. Führen mit GMV – gesundem Menschenverstand. Ausschnitt aus dem Vortrag mit Jürgen Zirbik. Was einen guten Chef aus Sicht von Mitarbeitern und Führungskräften ausmacht, zeigen Studien, teilweise mit überraschenden Ergebnissen. In einer Befragung fanden Wissenschaftler heraus, dass gute Chefs durchaus Narzissten, also selbstverliebte Egozentriker, sein dürfen, vielleicht sogar müssen, um als Leader zu taugen. Sie befragten über 1000 Mitarbeiter zusammen mit ihren Führungskräften in einer repräsentativen Studie. Mehr dazu im Video. Länge 2.59 Minuten. Klicken Sie auf  „Weiterlesen“

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Narzissten und Psychopathen als Chefs beliebt

„Am beliebtesten waren die Chefs, die zwar durchaus narzisstische Persönlichkeitsmerkmale aufwiesen, aber dennoch Empathie und Dankbarkeit zeigen konnten. Die Mitarbeiter fanden, dass diese Chefs am meisten motivierten, sie bescheinigten ihnen, ihnen wie ein Coach zur Seite zu stehen und fanden diesen Führungsstil hilfreich. Diese Mitarbeiter waren motivierter. Und das hatte offenbar einen Einfluss auf die Arbeitsleistung der Teams. Nicht nur die subjektive Bewertung der Arbeitsleistung durch den Chef fiel besser aus, auch die Unternehmenskennzahlen lieferten der Studie zufolge Belege dafür. (…) Man sieht also: Chef sein erfordert eine Prise Egoismus und Geltungsdrang. Wirtschaftspsychologen gehen davon aus, dass ein gewisser Narzissmus durchaus auch evolutionär sinnvoll ist.“[i]

Narzissten gut, Psychopathen schlecht?

Narzissten und Psychopathen werden dann doch unterschiedlich beurteilt. In einer anderen Studie werden manche Chefs als Psychopathen, also krankhafte Egomanen ohne Empathie (Mitgefühl), beschrieben. Und, so die Wissenschaftler, das sei völlig in Ordnung und habe Vorteile für das Unternehmen. Da wundert uns doch gar nichts mehr. „»Ohne den richtigen Funken Wahnsinn findet keine Weiterentwicklung statt. In der Tat ist Größenwahn manchmal für Manager nützlich, damit sie eine Vision entwickeln können und sich trauen, diese umzusetzen«, sagt der Münchner Sozialpsychologe und Managementforscher Dieter Frey.“[ii]

Das gilt besonders für die Super-Chefs, also die Vorstandsvorsitzenden, die Sprecher der Geschäftsführung oder auch die Chefs von großen Verbänden. Uns im Gedächtnis sind Martin Winterkorn, Steve Jobs, Wendelin Wiedeking (2015 vor Gericht, ehemals Porsche) oder Josef Blatter (ehemaliger FIFA-Boss, Korruptionsverdacht). Die Liste grenzwertiger oder ganz offiziell krimineller Bosse lässt sich fortsetzen. Für diese Leader gibt es nicht nur andere Gehälter, es gelten offenbar auch andere Gesetze. Narzissten und Psychopathen sind in den Chefbüros also eher die Regel als die Ausnahme.

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[i] http://www.zeit.de/karriere/2015-08/fuehrung-narzissmus-studie, 19.12.2015
[ii] Quelle: http://www.wiwo.de/erfolg/management/verrueckte-manager-warum-chefs-groessenwahnsinnig-sein-muessen/12020912.html

Auszug aus: Jürgen Zirbik: Führen mit GMV – mit gesundem Menschenverstand souverän führen, Friendship Verlag, erscheint Sommer 2016

 

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